Du hast die Diagnose Fibromyalgie. Und damit ist ab heute die Fibromyalgie auch ein Teil eurer Partnerschaft. Das kann deutliches Konfliktpotential darstellen und ist deshalb auf jeden Fall einen Artikel wert.

Dein Partner versteht dich?

Ich weiß das ich solche Partnerschaften in meiner Gruppe habe. Und auch ich darf mich heute zu den glücklichen Menschen zählen, deren Partner Verständnis für die Erkrankung aufbringt. Vielen Dank an dieser Stelle an mein Engelchen <3

Wenn dem so ist, dann kann ich dich nur herzlich beglückwünschen. Sicherlich eine gute Stelle dankbar zu sein, denn vielen Betroffenen geht es hier nicht so gut. Insgesamt sind mir mehrere Strukturen klar geworden und vielleicht helfen dir meine Tipps, wenn du dich in einer davon wiederfindest.

1. Die Fibromyalgie in der Partnerschaft lässt jetzt die vorher schon da gewesenen Probleme explodieren.

Sagen wir es mal so: Wenn dein Partner schon vorher keinen Respekt mehr vor dir hatte, wird es die Fibromyalgie nicht gerade besser machen. Wenn er sich vorher schon nicht wirklich für dich interessierte, dann wird es jetzt richtig offensichtlich. Ja, oft bleiben Menschen noch lange in Partnerschaften obwohl schon der Wurm drin ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. Und nein, das geht natürlich nicht nur Menschen mit Fibromyalgie so. Doch wenn nun die Fibromyalgie als Herausforderung in die Partnerschaft tritt, dann haben es die vorhandenen Probleme deutlich einfacher die Oberhand zu gewinnen. Jetzt gilt es, diese an zu gehen oder sich zu trennen bevor man sich weiterhin gegenseitig Wunden zufügt. Bedenke: Eine solche Beziehung, in der man sich gegenseitig nur noch verletzt,  ist Gift für deine Erkrankung.

2. Du denkst das du ohne Partner besser dran bist.

Über die Zweite Struktur bin ich tatsächlich zum Schluss noch, durch meine Umfrage in der Gruppe gestolpert. Sie ist mir einen eigenen Absatz Wert. Nach ein oder zwei (oder vielleicht sogar mehreren) Partnerschaften in denen die Fibromyalgie in der Partnerschaft zum Stolperstein wurde, bist du jetzt der festen Überzeugung das du ohne Partner besser dran bist, da dich ja eh niemand versteht. Diese Meinung kann ich sowohl nachvollziehen, also auch verstehen. Ich kann mich noch an mein erstes Treffen mit meinem Partner erinnern. Meine privaten Herausforderungen, die eben nicht zuletzt durch Fibromyalgie mein Leben schwierig machten, waren sehr groß. Ich weiß noch genau wie Unsicher ich war, was ich alles beim ersten Treffen erzählen kann, darf oder soll, denn ich wollte den Herrn ja nicht gleich in die Flucht schlagen 😉 Ich hatte an diesem Morgen sogar überlegt gar nicht hin zu gehen und das Date ab zu sagen.

Und sicher, mit der Fibromyalgie bringst du eine Herausforderung mit in die Partnerschaft, die besonders ist. Ich möchte dich dennoch ermutigen, die Hoffnung auf eine erfüllende Partnerschaft für dich, nicht nur aufgrund deiner Erkrankung aus zu schließen. Irgendwo ist auch der passende Partner für dich, der dich so liebt wie du bist- mit und ohne Fibromyalgie.

3. Du siehst nur noch deine Krankheit und gibst deinem Partner keine Luft zu atmen.

Bevor du dich getroffen fühlst: Dies ist mitnichten ein Vorwurf, denn ich weiß welchen Raum Fibromyalgie in den Gedanken und Gefühlen einnehmen kann. Es sollte eher eine kleine Bewusstmachung sein. Denn dein Partner kann all das nicht fühlen. Nicht die Erschöpfung, nicht die Schmerzen, den Brain Fog und schon gar nicht deine Verzweiflung, deine Unsicherheit, deine Wut und all die Fragen nach der Zukunft. Dich nimmt es komplett ein und du kannst fast an nichts mehr anderes denken. Es ist völlig klar das du darüber reden willst, es beschäftigt dich schließlich und das tust du eben mit deinem Partner oder deinen Vertrauten. Doch das kann für die Gegenseite ganz schön viel werden.

Atme mal tief durch und nimm die Position deines Partners ein. Versuche es zumindest. Er kann sehen das es dir irgendwie nicht gut geht, doch das Ausmaß kann er nicht fassen. Sein Leben geht nebenher aber weiter. Für ihn nimmt es nicht diesen Raum ein und er kann dir ja leider auch gar nicht helfen. Er muss irgendwann auch noch über andere Dinge reden um aus dem Elend, das er nicht ändern kann raus zu kommen. Nicht, weil er deine Krankheit nicht ernst nimmt. Ich weiß, das ist gemein, weil du ja auch nicht raus kannst. Im Gegenteil, für dich ist das so extrem real und belastend. Mache dir dennoch mal bewusst wie das für ihn sein muss. Vielleicht schaffst du es jetzt öfter auch auf seine Welt ein zu gehen. Das wird eurer Partnerschaft gut tun.

4. Du bist krank, da gibt es nichts dran zu rütteln.

Fibromyalgie in der Partnerschaft kann auch zum Problem werden, wenn du deine Grenzen nicht setzt. Wir haben es hier mit einer Erkrankung zu tun die schwer zu greifen ist. Um so wichtiger ist es das du in deiner Partnerschaft Position beziehst. Du bist krank. Du bist nicht faul, oder sonst irgendwas. Deine Erkrankung ist nicht immer gleich stark und du tust was du kannst. Du bist immer noch ein wertvoller Mensch. Du bist nicht weniger wertvoll nur weil du krank bist. Niemand hat das Recht von dir Dinge zu verlangen die du nicht tun kannst. Du musst dich deinem Partner oder deiner Familie gegenüber nicht schuldig fühlen.

Wenn du merkst, das diese Zeilen an dir kratzen, dann darfst du dich in Zukunft noch genauer mit dem Thema Selbstliebe und “Liebe gegen Leistung” auseinandersetzen. Wenn das vermittelte Wertesystem in deinem Umfeld das Wertesystem “Liebe gegen Leistung” war, dann fällt es dir jetzt vermutlich sehr schwer dich weiterhin als wertvoller Mensch zu sehen. Vermutlich magst du dich dann selbst nicht mehr. Das merkt dein Umfeld. Das  merkt vor allem auch dein Partner. Und wenn es nicht gerade ein extrem einfühlsamer Partner ist, wird er das nicht abfedern können. Du wirst diese Gefühl nicht mehr gut genug zu sein in die Partnerschaft tragen und dein Partner wird dir dieses Gefühl auf die ein oder andere Weise spiegeln. Also tu was für dich und dein Selbstvertrauen damit du eine klare Position vertreten kannst die du selbst auch so fühlst.

Fibromyalgie als Teil der Partnerschaft ist machbar.

Und das weiß ich, weil ich mit Fibromyalgie eine wundervolle Partnerschaft führe. Und du darfst ebenso eine wundervolle Partnerschaft haben.  Also schau, ob es unterschwellige Probleme eh schon in deiner Partnerschaft gab und gibt, lassen sich diese beheben? Oder wird es Zeit für einen neuen Lebensabschnitt?

Gib die Hoffnung nicht auf, das auch du eine tolle Partnerschaft verdient hast. Auch Menschen ohne Fibormyalgie müssen manchmal mehrere Frösche küssen bis sie den Prinzen erwischen.

Denk daran, das es für deinen Partner auch noch etwas anderes geben muss ausser deine Erkrankung. Du willst das er nur das beste für dich will, dann versuche du auch das beste für Ihn und dazu gehört eine gewisse Fibromyalgie freie Zeit für ihn.

Wenn du dann noch lernst dich selbst so an zu nehmen wie du nun bist, eben ein wunderbarer Mensch mit Fibromyalgie, dann kannst du dich auch gegenüber deinem Partner besser positionieren. Er wird das merken und dich dann auch nicht mehr in Frage stellen, weil du es selbst auch nicht mehr tust. Fibromyalgie lässt sich so auch mit einer Partnerschaft vereinbaren.

Eine wundervolle Partnerschaft mit Fibrmyalgie die wünsche ich dir von Herzen.

Wenn du wissen willst, wie du die Fibromyalgie insgesamt verbessern kannst, dann komm in mein kostenfreies Gesundheitsgespräch und lass uns darüber reden.

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